Willkommen auf der Baustelle …

Juni 1, 2009 · Posted in Politik, Ruhrgebiet · 2 Comments 
Umwege in Witten

Baustelle am Wittener Hauptbahnhof

… geht es einem durch den Kopf, wenn man zur Zeit in Witten in Richtung Bahnhof unterwegs ist. Die Straßen aufgerissen, die Fußgängerwege gesperrt. Anlass ist der Bau einer zentralen Omnibusstation (ZOB) vor dem Bahnhof. Ja richtig gelesen. Denn: Einen ZOB gibt es in Witten nicht, der Knotenpunkt der Buslinien befindet sich am Rathaus – 10–15 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt.

Wer also aus einem der Wittener Stadtteile per Bus  und Bahn unterwegs sein möchte, muss einen Spaziergang einlegen bevor die Fahrt mit der Eisenbahn fortgesetzt werden kann. Ich selber fand das schon vor 25 Jahren komisch, nun hat es auch die Lokalpolitik gemerkt und gehandelt. Denn so eine ZOB hat schließlich jeder Ort in der Nachbarschaft. Eine tolle Sache. Endlich! Ende gut, alles gut ist man versucht zu sagen, wäre da nicht …

Irritierend in dem Zusammenhang  sind Diskussionen um Führung und Taktung der Buslininen.

So möchte der ÖPNV-Träger Bogestra nicht alle Buslinien über den neuen ZOB führen – mit dem Argument der fehlenden Nachfrage. DIe Buslinien 378 und 379 sollen fahren wir gehabt. Dazu ist allerdings zu sagen, dass bislang Pendeln mit Bus und Bahn und Wohnen in dem Wittener Stadtteil Bommern nicht miteinander vereinbar war. Kein Wunder, das sich dort kaum Interessenten für eine Streckenführung zum Wittener Bahnhof finden – die wohnen woanders. Aber muss das so bleiben? Soll das auf ewig fixiert werden? Bahnpendler aus Bommern bleiben also auf das spärliche Angebot angewiesen, das die stündlich fahrenden Linen 591 und SB 38 bieten.

Und weiter: Die Taktung vieler Buslinien soll sich verschlechtern. Alle 30 statt alle 20 Minuten, nur einnal in der Stunde statt zweimal, Buslinien werden zusammengelegt. Auch die Anbindung Wittens an die Ruhr-Universität Bochum ist betroffen.

Ja, es ist Krisenzeit, die Kassen sind leer. Aeer gerade in Krisenzeiten sind mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Und überhaupt: Was für einen Sinn hat es, mit einem ZOB eine Grundlage für einen funktionierenden ÖPNV zu schaffen, diesen dann aber gleichzeitig einzuschränken?

Ein Plan für Helgoland?

Mai 16, 2009 · Posted in Politik, Reisen · Comment 
Helgoland-Panorama

Helgoland-Panorama

Während meiner Reise nach Helgoland habe ich diesen Anblicke genossen: Ein Blick vom Helgoländer Oberland über Unterland, Meer und Düne. Dieser Anblick kann bald Geschichte sein, wenn es nach den Plänen des Hamburger Bauunternehmers Arne Weber geht.

Er möchte eine Landverbindung zwischen Hauptinsel und Düne herstellen, auf dem Neuland ist Platz für einen “Golfplatz, ein Hotel, Wohnungen, eine lange Landebahn für Flieger der Größe Airbus 320″. Siehe http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/deutschland/die-verdoppelte-insel–1971233.html

Hintergrund dieser Ideen sind die rückläufigen Besucherzahlen auf der Insel. Ob diese Ziele nach der Neulandgewinnung allerdings umsetzbar sind (golfen neben dem Flugplatz?) ist ungewiss. Denkbar ist eher, das diese Erschließung zu einem Ausverkauf dessen führt, was die Helgoländer Düne so einzigartig macht. Denn ob dann noch Robben den Strand zum Ruhen nutzen werden, ist fraglich.

Ich bin kein Helgoländer, mich geht es also nichts an. Sich Gedanken machen, neue Perspektiven für die Insel finden – das erscheint mir auch nötig! Aber bitte im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, meine ich.